• Claudia Traxl

Ist das Leben ein Puzzle oder ein Mosaik?

Aktualisiert: Sept 2

Welches Spiel spielen wir in diesem Leben? Alles vorbestimmt oder offenes Ende? Nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand oder fügen wir uns in dasselbe?


Ich war lange Zeit der Meinung, das Leben gleiche einem Puzzle und ich müsse nur die passenden, für mich vorgesehenen Teile finden, um es richtig zusammenzusetzen. Ganz so, als würde man einen vorgegebenen Plan ausführen und vervollständigen.


Doch eine Frage drängt sich mir dabei immer wieder auf. Sollte wirklich alles vorbestimmt sein? Ein fertiges, in sich geschlossenes Bild mit vorgegebenen Konturen und Verbindungen ohne Aussicht auf Veränderung? Könnte man das als Leben bezeichnen? Oder gleicht es vielmehr der bloßen Erfüllung eines vorbestimmten Schicksals, das sich fast ohne unser aktives Zutun verwirklicht?


Ist es Schicksal oder doch Eigenverantwortung?


Was aber passiert dann mit der Selbstbestimmung und der Eigenverantwortung? Wie wäre es dagegen, wenn wir das Leben nicht als vorgefertigtes Puzzle, sondern als Mosaik betrachteten? Es bietet unzählige Spielräume für künstlerische Freiheit, die Kombinationsmöglichkeiten der Formen, Farben und Verbindungen sind unendlich. Überraschende Wendungen wie bei einem Roman, der einen völlig unerwarteten Ausgang nimmt, sorgen dafür, dass die Spannung aufrecht bleibt.


Das Mosaik passt in keinevorgefertigten Rahmen, sondern bietet immer neue Anknüpfungspunkte und kann endlos erweitert oder in einen größeren Kontext eingebettet werden, mit dem es zu einem wunderschönen Gesamtkunstwerk verschmilzt. Es liegt in unserer Hand, mit welchen Farben, Formen und Materialien wir unser Bild gestalten wollen und welche zentralen Elemente wir in den Fokus rücken.


Wir können nicht kontrollieren, was in unserem Leben passiert. Aber wir können immer entscheiden, wie wir darauf reagieren und was wir daraus machen. Wir mischen also selbst die Karten.


In Beziehung treten

Unser Mosaik entwickelt sich mit uns weiter, wächst und verändert sich mit uns. Es ist nie vollkommen, das Ende bleibt immer offen. Vielleicht sind wir alle nur so lange Puzzlebauer, bis wir uns daran wagen, unserer Selbstbestimmung nachzugehen und unsere Eigenverantwortung anzunehmen, um dann unser ureigenes Lebensmosaik zu gestalten, unsere Seele, unsere Worte, Gedanken und Taten darin zu verweben und in Beziehung mit anderen, uns umgebenden Mosaiken zu treten.


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